Modul 4: Dissertationsprojekt mit dem Arbeitstitel:

Auswirkungen der Agrarmodernisierung auf die Kulturlandschaft im Kanton Bern (1750-1850)

Bearbeiter: Daniel Salzmann
Betreuung: Prof. Dr. Christian Pfister, Historisches Institut, Universität Bern
PD Dr. Matthias Bürgi, WSL Birmensdorf (Erstgesuchsteller)
Prof. Dr. Hans-Rudolf Egli, Geographisches Institut, Universität Bern
Dr. Martin Stuber (Mitgesuchsteller)

Stockhorn und Niesen vom Rugenhubeli. Solche Landschaftsbilder sollen nicht nur der Illustration dienen, sondern auch als Quelle auf ihre Aussagekraft für Landschaftsrekonstruktionen hin befragt werden.

Von Samuel Birmann (1773-1847). 1820. Aquarell über Bleistift, 37 x 49.5 cm, Kunstmusem Basel, Kupferstichkabinett. (abgedruckt in: Flüeler, Niklaus: Malerische Reisen durch die schöne alte Schweiz [1750-1850]. Zürich 1982, Seite 214).

Die OeG propagierte und förderte Reformen in der Landwirtschaft. Tatsächlich durchlief die bernische Landwirtschaft seit der Mitte des 18. Jahrhunderts einen grundlegenden Transformationsprozess. In Modul 4 interessiert die organische Phase dieser Agrarmodernisierung, die bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts dauerte. Sie beruhte einerseits auf einer Ausweitung der Energieflüsse und Stoffkreisläufe, andererseits auf einer Vergrösserung der intensiv bewirtschafteten Flächen.

In Modul 4 werden die kulturlandschaftlichen Auswirkungen der Agrarmodernisierung im Kanton Bern in den Jahren 1750-1880 untersucht. Diese Forschungsfrage soll stratifiziert für die verschiedenen Agrarzonen (Kornland, Feldgraswirtschaft, Hirtenland, alpine Selbstversorgungszone, Weinland) beantwortet. In einem stark interdisziplinären Forschungsansatz werden Ansätze der Agrar- und Umweltgeschichte mit solchen der Historischen Ökologie und der Historischen Geographie verbunden. Als Quellen dienen Topographische Beschreibungen, zeitgenössische topographische Karten, Landschaftsbilder und statistische Daten.

Das Dissertationsprojekt ist Teil des europäischen Forschungsprojekts COST A27 „Understanding pre-industrial structures in rural and mining landscapes (LANDMARKS)“ und wird finanziert vom Schweizerischen Staatssekratariat für Bildung und Forschung.